Es passiert täglich. Tag ein, Tag aus. Mindestens einmal, meistens öfter. Es beginnt morgens, wenn ich auf die U-Bahn warte. Meistens muss ich einige Minuten vertrödeln, bis die Bahn kommt. Mein liebster Warteplatz ist das Schaufenster vom Zeitschriftenkiosk. Ich schaue mir die Publikationen an, weniger inhaltlich, sondern prüfe welche Zeitschrift welche Schriften benutzt. Und freue mich immer, wenn ich Schriften erkenne (by the way – die Typo der ZEIT WISSEN gefällt mir, die hübsche Klavika.).

Das ist mein Tageseinstieg. Im Laufe des Tages prüfe ich kritisch weitere Drucksachen wie Flyer für den Mittagstisch und Plakate für zukünftige Events, oder auch handbeschriebene Tafeln mit dem aktuellen Essensangebot. Sind dort lustige Rechtschreibfehler zu finden? Hat jemand falsch spationiert? Oder den Text besonders schön und sorgfältig gesetzt?

Meinen Freunden gehe ich damit regelmäßig auf die Nerven. Mal ganz objektiv betrachtet kann ich schon verstehen, warum es sie nicht interessiert welche Schrift auf dem und dem Plakat benutzt wurde und das es schöner wäre wenn man dies und das … Aber so einfach abstellen lässt sich das nicht. Außerdem habe ich Freude daran. Wie ich höre, geht es vielen anderen aus meiner Branche ähnlich. Oder irre ich mich da? Gibt es das in dieser Ausgeprägtheit auch in anderen Berufsgruppen? Laufen Dachdecker durch die Straßen und murmeln die Definitionen der Ziegelarten vor sich hin? „Oh schau mal Schatz, das ist Ziegel Art Nr. X3358. Sieht ganz schön aus, besser wäre es jedoch gewesen, hätte man die Ziegel ein wenig enger nebeneinander gelegt.“ (Falls das ein Dachdecker liest, bitte ich um ein entsprechendes Kommentar! ;))

Naja, ich stehe jedenfalls zu meiner kleinen Klatsche. Hätte ja auch schlimmer kommen können. Oder?