Medien wie der Spiegel ließen sich zu Beginn der Woche in geradezu talibanöser Manier über Killzone 2 aus.





Rassistisch. Stumpf. Verrohend. Damit wäre der übliche Griff in die prall gefüllte Klischeekiste bereits erledigt. Gerade der Artikel im Spiegel versteckt sich hinter einem pseudointellektuellen Rundumschlag gegen eine ganze Branche. Zu schade nur, dass die Schreiberlinge zwei Dinge vernachlässigen: Erstens wird der Blick vor einer Gegenposition mit Minimalaufwand abgefrühstückt, ohne sich Gedanken über Titel zu machen, die dem Klischee widersprechen. Zweitens verkennt der Artikel, dass es in Unterhaltung nicht immer um Aufklärung oder Bildung gehen muss. Gute Unterhaltung darf manchmal flach sein. Hollywoods Blockbuster? Wahrscheinlich ein ebenso leckeres Fressen für die Spiegelschreiberlingen, bei denen das Talent nicht für den Sprung zur Zeit gereicht hat. Doch Leben und Unterhaltung besteht nicht nur aus verträumtem Schlurfen von Milchkaffee, während man die Sphären französischer Romane erkundet. Zumindest nicht immer. Und schon gar nicht als Imperativ.


Es muss ein Recht zur Dumpfheit geben. Vor allem, wenn sie so schön animiert ist: