Medien wie der Spiegel ließen sich zu Beginn der Woche in geradezu talibanöser Manier über Killzone 2 aus.
Rassistisch. Stumpf. Verrohend. Damit wäre der übliche Griff in die prall gefüllte Klischeekiste bereits erledigt. Gerade der Artikel im Spiegel versteckt sich hinter einem pseudointellektuellen Rundumschlag gegen eine ganze Branche. Zu schade nur, dass die Schreiberlinge zwei Dinge vernachlässigen: Erstens wird der Blick vor einer Gegenposition mit Minimalaufwand abgefrühstückt, ohne sich Gedanken über Titel zu machen, die dem Klischee widersprechen. Zweitens verkennt der Artikel, dass es in Unterhaltung nicht immer um Aufklärung oder Bildung gehen muss. Gute Unterhaltung darf manchmal flach sein. Hollywoods Blockbuster? Wahrscheinlich ein ebenso leckeres Fressen für die Spiegelschreiberlingen, bei denen das Talent nicht für den Sprung zur Zeit gereicht hat. Doch Leben und Unterhaltung besteht nicht nur aus verträumtem Schlurfen von Milchkaffee, während man die Sphären französischer Romane erkundet. Zumindest nicht immer. Und schon gar nicht als Imperativ.
Es muss ein Recht zur Dumpfheit geben. Vor allem, wenn sie so schön animiert ist:
3 Comments
1 mark wrote:
Zum Glück gibt’s noch andere Stimmen. Z.B. den Art Directors Club:
http://www.adcglobal.org/awards/viewer/?id=87AD145&yr=2008&sh=annual
Gab Gold dafür.
2 skar wrote:
Ui, vielen Dank für den Input. Das sieht ja auch mal spannend aus. Allein das Interesse des ADC für das Genre ist ja echt was…
3 Sheltem wrote:
Nicht das es neu wäre, dass der Spiegel sich gelegentlich darin übt Scheuklappenjournalismus zu betreiben, doch wenn dies auch noch durch den Griff in die beliebte Klischee-Schublade passiert wage ich den Autor als journalistisch Talentfrei bezeichnen.
Sicherlich probiert Killzone eine klare Grenze zwischen gut und böse zu ziehen, um so das Töten als eine gerechte Sache erscheinen zu lassen. Doch Kritik an dieser Stelle würde ich eher als eine Frage des Geschmacks titulieren.
Fraglich ist außerdem der angeführte Vergleich zu GTA IV. Unserem Spiegeljournalist ist offensichtlich noch nicht nicht aufgefallen, dass neben der zweifelsohne guten Story von GTA IV, noch etwas ganz anderes die GTA Reihe bekannt gemacht hat und das ist das Töten um des Tötens willen.
Um dies zu erkennen müsste man aber wohl zuerst die Scheuklappen abnehmen…
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