Die Blüten das Marketing sind so vielfältig, dass sie wohl selbst gestandenen Floristen manchmal den Rang ablaufen können. So gibt immer wieder großartige Ideen: Einige Agenturen spezialisieren sich darauf, in Schnee die Firmenlogos zu pressen und so unterschwellig Botschaften an die Verbraucher zu schicken. Andere Firmen wie EA Mythic – die Macher von Warhammer Online – nutzen gezielt Blogs für ihre Kampagnenideen: So bekamen mehrere Blogs Pakete mit kuriosem Inhalt, mit denen für die Implementierung einer neuen Klasse im Spiel geworben wird.

So weit, so gut!

Aber was sich die Kreativköpfe von Codemasters ausgedacht haben, entlockt dem geneigten Leser bestenfalls ein resignierendes Kopfschütteln, schlimmstenfalls einen mittelschweren Wutausbruch der Stufe 5,6 auf der Richter-Skala. Um das Marketing zu Rise of the Argonauts anzukurbeln, kamen sie auf folgende Idee: Jede Familie, die ihr neugeborenes Kind im kommenden Jahr in Großbritannien nach dem Hauptcharakter des Spiels – Jason – benennt, hat die Chance, ein Spielepaket zu gewinnen. Ein Spielepaket. Ein S-p-i-e-l-e-p-a-k-e-t. Na wenn das mal nichts ist…

Wie kommt man auf so eine Idee? Ich meine, irgendjemand in dem gesamten Prozess von der Geburt der Idee während eines feuchtfröhlichen Betriebsausflugs in die Pubs Englands bis zur Umsetzung muss doch mal auf die Idee gekommen sein, dass die Idee nicht nur zu weit geht, sondern auch schwach ist. Kopfgeburt mögen einige sagen. Für mich klingt die Idee von Codemasters nicht nur aufgrund des Lautbilds des Firmennamens nach einer anderen Region des Körpers.

Wie dem auch sei: Mein erstes Kind wird auf den Namen “Max Riddick Mario Sam Kratos” hören, ich selbst werde mir einen neuen Doppelnamen zulegen: “Fisher-Payne”. So kann meine noch zu gründende Familie in ferner Zukunft alle Marketing-Gimmicks abgreifen, die in findigen Marketingabteilungen das Licht der Welt erblicken.

Perverse Welt? Perverse Welt!