In einer Zeit, wo tagtäglich immer neue Shooter, Rollenspiele und Echtzeit- strategiespiele auf den Markt kommen, ist es schwer, wirkliche Neuerungen auf den Markt zu bringen. Das behaupten zumindest Entwickler unisono, wenn sie gefragt werden, warum der Markt gerade einmal wieder schwierig ist. Ich sehe die Flaute viel mehr in der Ideen- und Kreativlosigkeit der heutigen Entwickler. Dies ist zugegebenermaßen kein bahnbrechender Gedanke, liegt er doch bei der fünfzehnten Neuauflage eines Klassikers recht nahe. Eine fatale Entwicklung, legen Wirtschaftsexperten anderer Branchen ihren Unternehmen doch nahe, dass die aktuelle Krise nur durch Innovation und Mut zu Neuem bewältigt werden kann.
Dass die Branche nicht nur neu sondern auch anders kann, zeigt ein Spiel, dem bisher viel zu wenig Beachtung geschenkt wurde: Flower. Während sich die Mainstreammedien auf plattes Genrebashing beschränken und sich in den populistischen Bemerkungen eines Herrn Pfeiffers suhlen, verpassen sie leider, dass da draußen eine Menge anderer Dinge passiert, als das angebliche virtuelle Zerstückeln von Leichen.
Mit Flower ist gestern ein Spiel erschienen, das so einfach wie innovativ ist. Es gibt kein Zeitlimit, gestorben wird auch nicht. Flower setzt den Fokus auf Emotionen: Entspannung durch farbenfrohe Bilder und ein beruhigendes Spielprinzip. Ihr steuert den Wind und hebt immer mehr Blütenblätter in die Lüfte, um die graue Umwelt um euch herum zu verschönern. In einem großartigen Trailer kann man nun erste Eindrücke zu Flower bekommen – zu Donovans “Catch the Wind”. Nie war eine Titelmusik ungewöhnlicher und passender als diese:
Mit diesem Spiel geht wohl eines der stärksten Argumente dafür ins Rennen, dass Videospiele – genau wie Literatur und Filme – als eigenständige Kunstform anerkannt werden und einen festen Platz in der Medienlandschaft finden.